Tagebuch einer Reisenden


Pendeln zwischen Freude, Frust und Entscheidungen

Die Wäsche konnte knapp trocknen, und ich nochmal los in den XXL Sport & Outdoor, da ich hin- und hergerissen war, ob ich mir jetzt so ein aufblasbares Böötli kaufen soll oder nicht. Tags zuvor wurde ich aus der Ferne vielfältig beraten und beim Recherchieren unterstützt, doch die Ladenöffnungszeiten schoben die Entscheidung glücklicherweise hinaus.

Freude

Bevor ich nochmal da hinpilgerte, hatte ich noch den Jungs von Drakkar Sports geschrieben, ob ich für den Nachmittag ein Seekajak leihen kann. Pünktlich vor der Tür zum Geschäft, riefen sie mich zurück und die Miete auf halb zwei war organisiert. Super! Aaalso nochmal warten mit Kaufen, aber zumindest Trailfutternachschub konnte ja geshoppt werden.

Frust

Bei der Sandburg, wo auch die Ausleihstation ist, wurde ich mit Boot, Spritzdecke, Schwimmweste, Karte und Paddel ausgerüstet, bekam eine kurze Einweisung, wie ich zur angepeilten Insel komme und wie lange ich dafür ungefähr brauchen würde (eine gute Stunde).

Also nix wie los. Nun, so Seekajaks sind ja so einiges kippliger als die WW-Böötli mit dem breiten, flachen Boden … das weiss ich ja zwar, der Gedanke, damit aber eventuell zu kentern war aber doch sehr unangenehm; Eskimotieren war ja mit meiner Schulter grad nicht wirklich. Aber wirklich kentern tun die ja eigentlich nicht, grad weil sie so schön rund sind, pendeln sie auch brav zurück (auch soll Rollen damit viiiel einfacher sein als mit WW-Böötli, aber ich hab damit halt noch nie gerollt).

Da der Saimaa, respektive die tausenden Teil-Seeli eben recht gross ist, gibt’s da im offenen Wasser auch entsprechen Wellen bei Wind. Ich schlug mich aber, wenn auch sehr unentspannt paddelnd, dem Ufer nach bis zur erste Brücke durch und war auf dem Weg zur zweiten, als sich die Schulter mit ersten, sanften Ermüdungserscheinungen meldete. Das war dann meinem Kopf definitiv zu viel; die Aussicht, alleine, mit der schon müden Schulter über das letzte, offene Wasser bis zur Insel zu paddeln (und das Ganze ja auch wieder zurück nota bene), wo der Weg zum Ufer bei einer Kenterung und missglücktem Rollen dann sehr weit wär, liess mich der Übung den Stecker ziehen.

Zurück am Ufer bekam ich zwar etwas Geld zurück, aber der Frust, der sass richtig tief. Und so mochte ich auch gar nicht über weitere Pläne nachdenken. Ich war doch zum Paddeln nach Finnland gekommen … 🙁

Nach Kaffee und viel Grübeln und Hin und Her fuhr ich dann einfach mal aufs Geratewohl nach Imatra, wo es einen schönen Wasserfall/Stromschnellen mitten in der Stadt gebe. Ich kam gerade noch rechtzeitig zum offenbar mehrmals wöchentlich inszenierten Spektakel abends um 18 Uhr: zwei Schleusen des vor den Stromschnellen liegenden Stausees werden geöffnet, und mit 15minütiger Musik unterlegt. Ich sah gerade noch die allerletzte Minute, was allein schon sehr eindrücklich war. Von den vielen Zuschauern an der Brücke durfte ich dann noch ein paar Fotos schauen, danach fuhr ich weiter nach Puumala, von wo aus ich diese Zeilen schreibe. Die Nacht verbrachte ich auf einem versöhnlich schönen aber – ohne Witz – NICHT einsamen Platz. Das finnische Päärchen fand es bestimmt auch nicht so läss, dass ich auftauchte. I know the feeling!

Ich hatte da noch gar keine Ahnung, was los war, und warum der Weg, wo ich durchfahren wollte, mit einem quergestellten Bus versperrt war


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