Ich hatte ja vor meinem Date noch Zeit, also konnte ich noch zwei Sehenswürdigkeiten des Saimaa Geoparks abgrasen: die Rakokivet erratic Boulders and Caves und Loketon Onkalo, ein 10-13m tiefer und 70m langer Graben, wo sich die Locals zu Kriegszeiten versteckten.
Rikokivet ist ein wenig wie ein Fontainebleau-Sektor, einfach aus Granit.
























Meeting Tiina
Mit etwas Verspätung trifft sie ein, und erklart gleich, dass sie anderntags um elf im Resort zurück sein muss für ein Inti mit einem ausländischen Journi. Für diese Programmänderung hat sie aber schon diverse Optionen, damit ich auch auf meine Kosten komme. Wir lassen also erst mal den ersten Tag auf uns zukommen.
Tiina ist ein kleines Kraftpaket, durchtrainiert und drahtig. Ihre 60 Jahre sind ihr jedenfalls nicht anzusehen. Was sie alles in ihr Kayak packt, ist beeindruckend; wo findet sie bloss den Platz für all das Zeugs? Bloss ihr Tarp darf dann noch ein einer meiner Ladeluken tauchen, dann legen wir um halb vier los.
Sie hat keine Eile, denn die Tage sind immer noch lang. Es ist ziemlich windig, und sie weicht geschickt aus in den Wind- und Wellenschatten der kleinen Inseln, immer Auusschau haltend nach einer Saimaa-Ringelrobbe (Saimaan Norppa), aber da hatten wir kein Gllück.
Dann montiert auch sie schliesschlich ihre Spritzdecke, und so weiss ich, dass es ernst gilt: Wir müssen einmal quer über das offene Wasser, bei Seitenwind von etwa 4m/s, was nicht unüblich sei, mit einer kurzen Verschnaufpause hinter zwei kleinen Inselchen.
Für mich war das ein echtes Workout, dennnich bin ja überhaupt noch nie so viele Kilometer am Stuck gepaddelt, geschweige denn mit solchen Wellen. Ich weiss jetzt auch, wieso ich das.mit Guide machen wollte. Sie bleibt da auch immer dicht bei mir, um im Falle einer Kenterung schnell eingreifen zu können.
Wir kommen aber ohne Zwischenfälle auf Rokansalo an und haben den Strand ganz für uns allein, juhuu! Dann packt Tiina ein Gelage aus: selbstgemachte Suope, Tee und Blaubeerkuchen und der Ausblick auf die Impro-Tortilla fürs Frühstück ist auch schon da. Danach ist noch viel Zeit, den schönsten Sonnenuntergang Finmlands zu bestaunen und über ihre Arbeit und die Welt zu schwatzen, bevor ich mich ins Zelt und sie sich in die Hägematte verkriechen. Guete Nacht, Rokansalo!

















Der frühe Vogel fängt das Inti
Am Morgen erwach ich mit Migräne von zu wenig Kaffee, zu wenig Trinken und zu viel Sonne. So ist die Entscheidung klar, dass ich mit Tiina zurück ins Resort pafdle, und nicht auf eigene Faust weitermache, um von ihr später abgeholt zu werden. Auch das Frühstück will nicht rein, dafür 1 Gramm Dafalgan…
Das Wassrr ist viel ruhiger und wir erreichen punktlich das Resort, wo wir auf den Journi warten müssen. Dafür mach ich uns in der Zwischenzeit einen guten Kaffee, und schliesslich werde ich noch halb mitinterviewt als Tiinas Gast für einen Beitrag in der Zeitschrift Nordis.
Nach dem Zusammenpacken fahren wir noch zu Tiinas Farm, wo sie mir zeigt, wie ihre Grosseltern noch gelebt haben, und mir viel über die Kultur Kareliens und die Geschichte dieses Ortes erzählt. Schliesslich essen wir noch alle Resten vom Frühstück auf, trinken noch einen Kaffee und ridern dann in ihrem Boot noch zu den Felsen, wo sie im Fruhling eine Robben-Kinderstube fand. Natürlich sind jetzt keine mehr da, aber die steilen Granitwände mit den Abbrüchen sind schön und ich bin nochmal auf dem Wasser. Erst dann will Tiina endlich bezahlt werden, und es heisst Abschied nehmen. Vielen Dank für die umsichtige, unaufgeregte und doch so fürsorgliche Führung dieser Tour, ich kann dich und deine Taiga-Farm nur empfehlen. Bis zum nachsten Mal!





















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