Tagebuch einer Reisenden


Die wahre Plage Finnlands, ein grausliger Vorgeschmack

Roope hatte mich ja gewarnt, bald gehe die Saison der „Moose fly“ los, der Elchfliege, zu Deutsch aber Hirschlausfliege. Auch andere Kletter’innen schauderten bei der Erwähnung und meinten, die seien wirklich terrible, viel schlimmer als die Mücken. Ich nahm das zur Kenntnis und hatte es.auch schon wieder vergessen, als ich auf.dem Weg nach Savonlinna auf einem kleinen Strässchen in den Wald abbog, weil ich mit meinem neuen Chrättli Heidelbeeren sammeln wollte.

Ich merkte beim Aussteigen, dass da zwar viele Fliegviecher sind und wähnte mich schlau und zog lange Hose und Stiefel an, und kurz darauf dann auch noch den Hut mit Moskitonetz drüber. Tatsächlich waren dort entweder die Beeren schon durch oder komplett abgelesen, jedenfalls musste ich feststellen, dass diese ekligen Viecher tatsächlich überall an einem rumkrabbeln, kaum von den Kleidern zu bekommen sind und am liebsten in den Haaren rumkriechen.

Es war unmöglich, wieder ins Auto zu steigen, ohne eine beträchtliche Zahl der Tiere mitzunehmen, und die flogen mich alsbald immer wieder an respektive ich spürte, wie sie unter meinen Kleidern an mir rumkrabbelten. Ausserdem waren die Biester auch kaum totzukriegen, einfach malndraufpatschen wie bei Mücken oder Bremsen ist nicht, die müssen quasi zwischen zwei Fingern zerquetscht werden oder heftig mit einer schweren Klatsche erschlagen werden. Jetzt weiss ich auch, wieso die in Finnland aus Leder gemacht sind… Und ich kann mir gut vorstellen, wie einige finnische Verkehrsunfälle zustande kommen… Elch..fliegen!

Leicht geschockt hielt ich in Vuksala in einem Anglergeschäft und fragte die Verkäuferin, wie sich mensch dagegen schützen kann, worauf sie mir ein Komplettmoskitohemd mit Gümmiabschluss an Ärmel und Saum zeigte (verkaufte). Auch eine Kundin im Laden fand die Viecher ausgesprochen ekelhaft und erzählte, wie sie und ihr Mann mal beim Pilzen die Flucht ergriffen und wegrannten, um sich dann sämtliche Kleider auszuziehen um die verbleibenden Viecher zu entfernen… Hübsch auch der Beitrag dazu von dieser Nordlandreisenden.

Davon musste ich mich anschliessend in Savonlinna erst mal erholen, und ich war fast dankbar für das stürmisch-grauslige Wetter und verschwand mal wieder in einer Bibliothek.

Achja, ansonsten war ich noch Felszeichnungen schauen, aber, naja. In Südafrika sind die um einiges eindrücklicher.


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