Was tun, wenn mensch mal wieder am Wochenende im Nationalpark ist? Richtig, den Massen ausweichen. Wobei hier die Massen überschaubar blieben; zu regnerisch war die Prognose. Das war gut, denn ich wollte doch endlich das Kilo-Zelt testen, wie wasserfest es noch ist. Dazu bot sich dieser Trail an. Ich konnte spät los, und blieb bei einem Leaning Shelter, wo ich mich hineinretten könnte bei Bedarf. Der Rest sei in Bildern erklärt.
Auf dem Trail
Am Morgen noch neblig, entsprechend auch die unter dem Tarp aufgehängte Wäsche nicht trockendann auch noch kurz mit Regendie wären wohl gerne Kameleder Trail, nur 10km kurz; aber gemäss Beschreibung demanding. Die lieben Finn’innen sagen ja auch nie, wie viele Höhenmeter dabei sind… je kürzer der Weg, desto voller das Pack…?Der Canyon, hier vor allem noch Seeüber weite Teile sehe ich ihn auch nicht, oder bloss durch viel Waldebenmal höhermal näher an der Wasserliniehalt au bitz repetitivaber immer wieder hübschmal blauermal steilerdie Boote fahren zu den Felszeichnungen für teuro (also ehrlich gesagt weiss ich nicht, was es kostet)irgendenwann sollte dann noch die Hängebrücke auftauchen„Wegsicherungen“Drohnenfoto?Neee…flussaufwärts, glaubDeep Water Solo anyone?Duckboardsgegen nasse Füssemanchmal hilft auch Gleichgewichtmanchmal helfen bloss finnische Wanderschuhe, also Gummistiefelder Canyon läuft ausDuckboard-Treppe. Es leuchtet ein, wieso eine Begehungsrichtung vorgegeben wird. Kreuzen kann blöd sein, vor allem mit grossen RucksäckenBlick zurückNochmal in die HöheBevor es wieder runter gehtzu einem letzten schönen PlankengangDurch dieses Moor/Sumpfgeländedas Shelter naht… ich rieche Feuer. Und finde es besetzt. Ich verkriech mich um die Ecke und suche mal passende Zeltplätze, aber die zwei sind – dem kurzen Trail sei Dank, bloss Tagesgäste, die zusammenpackenYES, das ganze Shelter für mich allein! Hinten schon der Zeltplatz, nicht ganz eben, mit einem ziemlichen Loch in der einen Ecke und einigen Wurzeln, aber wird schon.Mal sehenob es dem angesagten Regen standhältSandwich aus der Tüteund dann muss ich ziemlich rassig das ausgehende Feuer vor dem einsetzenden Regen rettenbevor ich gemütlich weiterüben kann mit Feathersticks. Das sind Geschenke für nachfolgende Wander’innenJust add Water, steht doch auf den fancy Futterpackungen. Ich mach heute aber leckere Pancakes mit Speck und gesammelten Heidelbeerenschon genug geknetet? noch nicht, und die Eier fehlen ja auch nochPraktisch, so zu mixen, gibt kein versautes Geschirr. A propos Geschirr… wo ist der Teller?Mother nature hilft auch daMjamm!Tessär-Pancakeschmeckt so gut, wie er aussiehtIm Gästebuch eingetragenUnd mitten in der Nacht fällt mir ein, dass es eventuell keine gute Idee ist, das Futter – v.a. die offene Speckpackung – so offen neben mir im Unterstand zu haben (ja, das Zelt musste sich alleine Testen, wollte draussen pennen). Also ich aufgestanden und das ganze Futter in die Hütte mit dem Holz verfrachtet, auf die Gefahr hin, dass sich da halt Mäuse dran vergrefen. Dafür mit dem schönen Mond belohnt worden.Am morgen dann: Waren diese Löcher schon im Sack vorher? Aber weiter kamen sie irgendwie nicht, lag wohl an der Folie des SpeckbeutelsDas Zelt, fiel trotz dem wenigen Regen durch… da lag kein Mensch drin und die Bodenfeuchte drückt schon durch… tja, nur noch leicht, nicht mehr dicht.Nochmal Pancakes zum Zmorgeeinmal mit Speckeinmal mit Beeren. Bären kamen übrigens keine vorbeiBye-Bye, Ölökynperäalles schöner bei SonnenscheinSchattenspiele inklusiveZmittag!Die Brücke von der anderen Seiteebenso der Canyon-Seeeine AugenweideAuch hier noch ein paar Duckboardsund schöne Bächlimit moorigem WasserBaumpilze: es gitere die chame Ässe …Shortcut zum Autound dann, das gute Wetter ausnützend, erst mal alles zum Trocknen aufhängenund dann kochen und essen!Piece of Cake – Pan Cake! It’s all in the wrist …So wär das gedacht mit den Feathersticks. Einmal zünden und er brennt. OK, ich übe weiter…Hört ihr es auch? Nein? Eben. Bezauberende Stille.
Beeren-Exkurs
Finnische Beeren sollte mensch auseinanderhalten können beim Beerelen: hier Heidelbeeren giftige Krähenbeeren. Da heisst es schon aufgepasst, denn manchmal sind die Heidelbeeren grad so schwarz wie die Krähenbeeren, aber wachsen natürlich an seehr anderem KrautPreiselbeeren zwischen KrähenbeerenDie fiese „Doppelgängerin“ der Heidelbeere, aber eigentlich sind sie schon seeehr anders: erstens die Blätterzweitens der BeerenhinternDas wären die Heitisund drittens sind sie innen auch weiss, nicht blau. Dafür bekommt Kopfschmerzen, wer zu viel von den falschen isst. Daher wohl der Name: RauschbeereDas sind keine Preiselbeeren, neinsondern der schwedische Hartriegel. Wäre essbar, aber schmeckt nicht, höchstens wässrig. Vögel möchen sieDas sind die PreiselbeerenDas sind keine Beeren
Es ist unmöglich, den Polarkreis mit einem Fahrzeug zu überqueren, ohne es zu merken…Hier vor Kermijärvi noch einigermassen bescheiden. Da ich in Hossa gar nicht Angeln konnte, obwohl ich alles mitgetragen hatte, beschliesse ich, mich mit frischem Köder einzudecken und suchte mir ein Plätzchen, um es nochmal zu versuchen. Das sah doch vielversprechend aus.Alles da, was ich brauche, nur der Holzschuppen war leer. Aber macht ja nix. Hatte gestern Feuer genug.Und sie beissen! Ein Rotauge, meint ein AnglerfreundDer zweite Streich folgt sogleich! Den wollte ich, weil doch eher klein, als Köder für etwas grösseres verwenden. Gesagt, getan, und prompt hatte ich ein ziemliches Viech am Haken, dem Ziehen nach zu urteilen. Und dann machte es flutsch, und der Knoten an meiner Angel ging auf und der Fisch verschwand mit Haken und Silch auf Nimmerwiedersehen … armer Fisch, mea maxima culpa!Gut hatte ich mehr Material dabei; also bessere Knoten und weiter. Und so ging mir erst ein weiterer Winz-Egli, und kurz darauf mein bisher grösster Fang an den Haken. Über meine Schwierigkeiten, die zappligen Fische gekonnt ins Jenseits zu befördern, sei hier der Mantel des Schweigens ausgebreitet. Übung macht halt auch da die Meisterin…Jetzt haber hurtig vor dem Eindunkeln KochenDen grossen hab ich filetiert. Ja, auch da muss ich noch weiterüben…Fein wars trotzdem. Und Grätenfrei!Die zwei Gesellenwaren auch fein, aber das Rotauge ass ich sehr sorgfältig Gräten im Mund aussortierend…Ein Nordlicht blieb mir am Abend wegen der Wolkendecke verwehrt, aber der Der Morgen empfing mich strahlend. Das war aber eine kurze Freude, denn ich fuhr kaum los, da fing es an zu giessen, teilweise wie aus KübelnKemijärvi empfängt mit gar garstig, von rechtswie von links. Die Bibliothek und das Spa sind noch zu, also gleich weiter nach Rovaniemider Herbst beginnt hier sein Farbenspiel (ruska genannt), doch leider kommt das ohne Sonne wenig zur GeltungDas Santa Center eingangs Rovaniemi ist eine Touristen-Falle, mich locktDie Sauna für 5€ im Olympia-Sport-ZentrumEine wahrhaft finnische Sauna, gut getimt mit der lokalen Aqua-Gymnastik-Gruppe. Schönes Erlebnis, das lebhafte Geplapper der Weiber, die gefühlt zehn Aufgüsse in 20 Minuten. Und ja, der Schweiss darf hier aufs Holz, bloss die Sitzfläche wird abgedeckt. Saunagang gibt’s eigentlich bloss einen, was ja auch genügt, wenn 3-5 mal die Woche sauniert wird, logo. Entsprechend fehlen sämtliche Chillout-/Liegeräume. Mir gefällts so.Die Lappia Hall, das Theater von Rovaniemi; bloss eines von vielen Gebäuden in Rovaniemi, das von Alvar Aalto designt wurde.
Wie weiter?
So, der Blog ist up to date, what next? Langsam aber sicher müsste ich mal wieder Richtung Helsinki. Ausgerechnet das Arktikum, das ich hier so gerne sehen möchte, hat aber montags zu, ausser im Dezember. :-/
Ich werde wohl hier bleiben, denn das möchte ich mir doch gerne ansehen. Und da gibt’s ja auch den Culture Pass, für drei mich interessierende Einrichtungen:
Wär ja toll, da könnte ich heute noch die zwei anderen anschauen, aber guess what: die haben tatsächlich ALLE am Montag zu. Welche’r Tourismusverantwortliche hat sich denn so einen Mist ausgedacht?? Orr… muss die Westküste halt noch etwas auf mich warten.
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