So komme ich also doch noch an den berühmten Inari-See. Das Sami-Museum ist sehr sehenswert und gibt den besseren Einblick in die Kultur der Sami als die vergleichsweise kleine Nebenausstellung im Arktikum.
Es hat auch einen „Ballenberg“-Teil, also eine Freilichtausstellung mit alten Gebäuden und nachgebauten Fallen .
Auf der Suche nach einem Schlafplatz mach ich nochmal Halt zum Fischen, und der Inari beglückt mich mit einem üppigen Fischznacht. So eine Freude!
Grande Finale
Ja und dann passiert etwas, was irgendwie so für den Lauf dieser Auszeit spricht: going with the flow, suche ich nach einem Plätzchen fürs Znacht, idealerweise am Wasser oder im Grünen, am liebsten mit Klo. Und so halte ich an einigen vielversprechenden Plätzchen, aber sie sind mir alle zu voll. Und so lande ich in einem Regenfenster auf einem Parkplatz, der zwar nah an der Strasse ist, aber einen wunderschönen Blick auf den Inarijärvi und den Himmel gewährt. Zuerst ist da noch ein WoMo, aber das fährt weiter und ich bin einen Moment allein.
Während des Essens kommt dann eine schwer bepackte Frau mit einem Königspudel, und wir tauschen uns kurz aus. Nein, sie habe schon gegessen und möchte keinen meiner Fische haben, aber sie arbeite bei den Fischereibehörden. Sie wohne in Oulu und müsse morgen um Neun in Inari an einer Sitzung sein, weswegen sie hier im Zelt übernachte als Abschluss ihres Weekends. Sehr finnisch!
Sie macht sich von dannen und ich beende mein Znacht, als sie noch einmal auftaucht (will wohl etwas holen im Auto) und ich ihr einen Kaffee anbiete. So setzt sie sich also zu mir und wir plaudern, sie ist Biologin und arbeiten mit gefährdeten migrierenden Fiscben. Sie bestätigt mir, dass mein Znacht alles Felchen waren und das die ein Problem sind im Inari, weil zu klein. Weil offenbar die Millionen Kompensationsgelder, die Inari von Russland für einen Staudamm bekommt, nur dafür eingesetzt werden dürfen, wird der See Jahr für Jahr mit Felchen bestückt, und so fressen sie sich gegenseitig das Futter weg und wachsen zu wenig. Bürokratie at its finest!
Wir plaudern, bis es uns und vor allem dem Pudel, er heisst Cousteau (ja, nach Jacques), zu kalt wird und wir verabschieden uns für die Nacht. Wie sie denn heisse, frage ich ganz am Schluss noch: Aurora, sagt sie.
Wäre ja eigentlich ein gutes Omen, und der Himmel klar, aber das Weltraumwetter sagt: keine Aktivität. Ich also mal rein unter die Wärme des Schlafsacks zum Blog schreiben. Ich bin grade fertig, da hält hinter mir ein Auto, sehr unanständig dicht für Finnland. Ist doch genug Platz denke ich, und meine, Schweizerdeutsch zu hören, bin aber nicht sicher. Als ich dann sowieso noch aufs Klo muss, sehe ich: tatsächlich drei Schweizer’innen, und sie stehen alle am See und haben Kameras aufgebaut. Über dem See steht eine malerische dünne Mondsichel, aber ich sehe keine Nordlichter. Ich stehe eine Weile und schaue dem Treiben zu, sie schwärmen von Farben und ich denke, ich spinn. Schliesslich sage ich laut auf Schweizerdeutsch: Weckt mich, wenn ihr Nordlichter seht, ja? Und sie so: Aber sie sind doch schon die ganze Zeit da, komm her schauen!
Tatsächlich sind sie bloss auf ihren Kamera-Displays zu sehen, ind ich denke schon, so ist das aber nicht gedacht, als plötzlich auch ich einen Schimmer sehe, der immer stärker wird, zuerst vor allem grün, dann auch weiss, und mal den halben Himmel füllt, dann wieder schwindet, wieder kommt, immer anders, immer wunderschön, wie gepinselt. Es läuft ein Streifen den Himmel herunter, macht Wirbel, Zacken, was du nicht siehst… Wir sind alle hin und weg.
Die drei, Petra, Lena und Kurt sind gestern über Kittilä eingeflogen und übernachten in Ivalo. Auch sie wären beinahe nicht mehr raus heute Nacht, wenn nicht Petra insistiert hätte. Und dieser Parkplatz wird in einschlägigen Foren als Nordlicht-Hotspot ausgewiesen. Ich gebe ihnen noch meine E-Mail, damit sie mir, wenn sie dran denken mögen, mir ein schönes Nordlicht-Foto schicken, und weit nach Mitternacht kriech ich durchgefroren und glücklich, vom Inarijärvi so reich beschenkt worden zu sein, wieder unter den Schlafsack.
Kiitos, kiitos, kiitos!











































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