Tagebuch einer Reisenden


Von Pavilosta an die kurische Nehrung – oder auch nicht

Zwei Zwischenhalte lagen zwischen mir und Klaipèda umd seinem Fährhafen , von wo aus ich auf die kurische Nehrung wollte. Zwei Städte, die zwar nahe beieinander liegen, und doch so weit voneinander entfernt sind: Liepāja und Palanga. Liepāja empfängt einen mit leerstehenden Plattenbauten aus der Sowjetzeit, gefolgt von viel Industrie, Stahl in erster Linie. Und dann fahre ich ins Zentrum und muss mir gleich dringend einen Parkplatz suchen, um das Gebäude, was sich mir in den Weg stellt, genauer anschauen und ablichten zu können. Von da aus besuche ich noch den Park und den Strand, bevor ich weiterfahre. Einen Teil des alten Dorfkerns erfahre ich noch beim Rausfahren: so holprig wie in Riga, aber für Autos zugelassen, grosser Spass!

Palanga dann lässt mich, wie die Lettinnen vorhergesagt haben, staunen. Es besteht aus Villen und zumeist schicken Einfamilienhäuschen, quasi ein Verschnitt aus Goldküste, St. Moritz und Sankt Peter-Ording. Hier trifft sich der Geldadel am Strand und in den Bars, es ist der belebteste Strand, den ich im Baltikum antraf, und das an einem Montag … Hier hält mich nichts länger, also fahr ich weiter zur Fähre, wo mir die Frau an der Kasse sagt, Überfahrt macht 20€ und die Strasse für den Nationalpark kostet dann nochmal zehn. Ok, nix wie rüber. Nach 9km am Zahlposten wollen die aber 20€ von mir, weil ich ein Cargo-Auto und nicht einen PW hätte. Ich argumentiere mit Kleinheit des Autos, Nebensaison, Montag, und dass die von der Fähre 10€ gesagt habe, aber sie lassen sich nicht erweichen. Da werde ich bockig und drehe halt um und fahre ohne die Nehrung davon, mir einen Platz für die Nacht suchen… Haben sie halt statt 10 null Euro von mir.

Ab morgen werden die Fahretappen länger, mal sehen, wie mir das reinkommt.


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