Tagebuch einer Reisenden


Avventure in Sardegna

Zwei Wochen Zeit, Sardinien auszukundschaften. Angeln, Klettern, Tauchen und Vögeli schauen; alle Optionen stehen offen!

Tag 1/2

Die vergebene Mühe um die Angellizenz, kurze Haare à la Chinois und Angeln mit Herdenschutzhund.

Tag 3

Wir fahren erst nach Norden, bis die 22mm Regen überborden, dann drehen wir ab und sehen uns die Tauchbasis an, die uns empfohlen wurde. Wir behalten sie als Trumpf für den Rückweg im Ärmel ind nutzen den Regen, um weiter südlich zu fahren.

Tag 4

Viel Wind. viel Fahren, Flamingos und Surfer schauen, brotloses (also fischloses) Brandungsangeln, Znacht am Meer, sandige Füsse.

Tag 5

Käfele, Chlättere ,Fischele, Chöchele, Schnädderä…

Tag 6

Angeln bis der Fisch kommt, und no bitz länger, aber der Stargast des Tages liess sich nicht ablichten und sprang dem Tod von der Schippe. Wir waren mindestens so froh wie der Octopus, der sich den Barschköder einverleibte, in extremis wieder von sich gab und das Weite suchte.

Ein scöner Angelplatz bei ruhiger See

Tag 7

Grande Siesta. Zu heiss für eigentli alles was Spass macht. Frühmorgens am Capo Pecora gefischt, für ca fünf Minuten auch mit Krabbe als Köder. Aber da der Speerfischer gestern 6 Stunden gefischt hat für drei Fische und einen Pulpo, denken wir, dass da einfach seeehr wenig Fisch rumschwadert…

Tag 8/9/10

Waschtag auf dem Zeltplatz in Sant’antioco. Frühfischen im Hafen, bis uns der Regen vertreibt; anschliessend holen wir uns eine 30€-Multa, weil wir im grössten Schiff die Parkuhr vor der Cafébar nicht fütterten. Regenfahrt nach Cagliari, wo uns Anna Lisa endlich zum Süsswasserpatent verhilft und wir uns im Oasi Fish zum Kauf einer Surfcasting-Rute entschliessen, um es mal wie die Sarden zu versuchen: mit Cannolicchi auf Doraden am Boden! Und wie die Sarden riggen, haben wir auch gleich gelernt im Laden.

Auch da natürli aller Anfang nicht trivial, zumal mit beginnender Nacht. Drum präventiv im Resti Cefalo alla griglia bestellt und voilà: am nächsten Tag erste Dorade im Kescher! *Applaus!* Auch das analoge selbstgemachte Rig auf Rolis Rute funzt, aber den Biss haben wir (noch) nicht rausgebracht.

Den Tag beendeten wir mit einer Odysee auf der Suche nach Cannolichi in Villaputzu am Porto Corallo, weil eine richtig doofe CH-Familie unser am Angelspot Torre delle stelle vergessenes Köderpäckli einfach ins Meer geschmissen hat. Katja Vacca, die mehrfache Flussfischeurooameisterin mit ihrem Angelladen Sampey in Villaputzu war unsere Rettung, auch wenn sie nur noch tote (= heftig eingesalzerne) Cannolicchi hatte. Damit hätten wir um ein Haar noch am Abend eine grosse Krabbe gefangen, doch als sie Rachel ins Auge blickte sprang sie vor Schreck vom Haken und verschwand zwischen den Brandungssteinen.

Tag 11

Am Morgen wollte auf die toten Muscheln dann so gar bix mehr beissen und Wind war.auch zu viel, so versuchten wir unser Glück am Fluss, wo es gemäss Katja Black Bass geben soll, und Karpfen. Letzteres können wir bestätigen, das Wasser hat zeitweise fast gekocht und war mehr Karpfenteich als Fluss. Rachel hatte einen Schwarzbarschbiss, Gaby den Karpfendrill ihres Lebens mit der feinen Spinnrute auf Gummifisch. Zum Abend hin verschoben wir uns dann in die Berge für Felskontakt, nach Ulassai, wo es herrliche Dorade zum Znacht und viel kalten Wind gab.

Tag 12

Am Fels von Ulassai, bis die Haut dünn ist und die Füsse schmerzen. Kuschlige Katze im Feierabendbier, ein hungriger, hübscher, bettelnder und doch scheuer Streuner beim Znacht, den wir brav mit ihm teilen. Schlummi in der Karaoke-Bar

Tag 13

Zu heiss für die Füss, drum wieder ans Wasser, zurück auf dem Weg nach Norden gibt’s am Lago de Coghinas auch für Rachel die ersten drei Schwarzbarsche, Juhuu!

Tag 14

Fischen, Fahren, Shoppen, Fahren, Fischen. Siesta, Fischen, Fisch von gestern und Vormittag essen und neuen Fisch filettieren. Feierabend.

Tag 15

Das Frühfischen bringt uns noch ein schönes 27er Egli und einige zu kleine Black Bass. Während uns ein grosser schlauer immer bloss die Köder vom Haken klaut, zieht ein deutsches Mädel neben ihren staunenden Jungs bei jedem Wurf einen schönen Bass an Land, bis sie nach dem dritten auch abreisst. She had the fish vibes, that day!

Danach Ködershopstop in Olbia und nach Golfo Aranci,, resp. gleich daneben, wo wir am Nachmittag in der Meerbarschkinderstube landen. Ein Fisch nach dem andern und doppelt auf den Bibi, aber nix zum behalten. Das Dämmerungsstrandfischen zieht sich dann in die Nacht, bringt aber weder uns noch den Locals, die den Köder mit dem Boot rausfahren, einen Fisch.

Tag 16

Am Morgen dann bestes Galapagos-Garua-Feeling: alles feucht und salzig-klebrig. Wir fahren in den Hafen von Golfo Aranci, wo während dem Fischen gleich daneben der Haushalt trocknen und durchlüften kann. So muss das! Und mit einer schönen, wenn auch gemeinen Meerbrasse machts gleich doppelt Spass!

Da uns das Material ausgeht, spazieren wir zum nahen Fischereibedarf, doch leidet sind die Köder alle. Dafür gibt’s im Divecenter gleich daneben eine warme Dusche für uns für umme, und morgen doch noch einen Taucjgang auf Sardinien. Quasi in letzter Minute!

Letzeter Tag

Tauchen! Mit Barracudas, Jacks, Brassen und vielen kleinen Fischli; Minischnäggli, Medusen und Pulpo beim Austauchen. Die Riesentunas bekommen wir beim spärlichen Licht des regnerischen Tages nicht vor die Maske. Feine Calamari zum Zmittag, nomal bitz brotloses Fischen (von Rachels blauem Wunder und den kleinen Kühen abgesehen) und Rig abreissen und schliesslich mit Pizza und Bier auf die Fähre.

EPILOG

Schee war’s! Zrugg in Stolle…


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